Der Schlangenweg im Böhlgrund

Der Schlangenweg im Böhlgrund

Ganztageswanderung am 22.03.2026

Ausgangspunkt der Ganztageswanderung des Steigerwaldklub Gerolzhofen ist Zell am Ebersberg. 14 Wanderfreunde sind am Start und freuen sich auf eine schöne und abwechslungsreiche Sonntagswanderung. Gleich zu Beginn erwartet die Gruppe ein traumhafter Blick auf den Ort, den Schlossberg und den Ebersberg. Steil hinab gehts weiter durch das Winzerdorf zum Startpunkt des Schlangenwegs am Unteren Böhlgrund. Der Rundweg hat eine Länge von etwa 12 km und ist mit der Markierung K3 gut ausgeschildert. Schon bald wird klar woher der Weg, der nichts mit den gleichnamigen Reptilien zu tun hat, seinen Namen hat. Sanft schlängelt er sich um viele Taleinschnitte und Canyons durch urwaldähnliches Terrain dahin. Tiefe Schluchten, Taleinschnitte und Abgründe säumen den Pfad. Wanderführerin Daniela Schmidt hat auf kleinen Kärtchen notiert, was der Gruppe auf der Tour so begegnen wird. Jeder Teilnehmer zieht eine Karte und ist gespannt was es zu entdecken gibt. Alte, mächtige Buchen sind zu bestaunen und feuchte, matschige Stellen zu meistern. Festes Schuhwerk ist hier unbedingt notwendig. Zusammen und mit gegenseitiger Hilfe werden auch die schwierigeren Stellen mit Bravour gemeistert. Jetzt zum Frühlingsanfang sind die Kronen noch offen und so kann die Sonne in die Gesichter strahlen und der blaue Himmel macht gute Laune. Zunderpilze sind auf den abgestorbenen Bäumen zu sehen. Das Sprichwort  „Brennt wie Zunder“,  kennt jeder, aber dass der Pilz sogar zu Täschchen oder kleinen Hüten verarbeitet werden kann, erstaunt dann doch. „Natura numquam errat“ vom bekannten Künstler Hermann de Vries ist in Stein gemeißelt und begegnet den Wanderern hier am Rande des Weges. Die Natur irrt sich nie –  ist damit gemeint –  und hier in der wilden Urnatur des Schlangenweges sehr stimmig. So schlängelt sich auch die Gerolzhöfer  Wandergemeinschaft Kurve um Kurve voran. Manchmal fast meditativ und dann wieder im fröhlichen Austausch miteinander. Schließlich ist der hintere Böhlgrund erreicht. Lieblich fließt hier der Böhlbach in vielen Windungen dahin. Bärlauch in Hülle und Fülle säumen den Uferbereich. Doch Vorsicht, nicht verwechseln mit dem hochgiftigen Aronstab, der sich an diesen Stellen auch gerne ausbreitet. Die Wanderführerin erklärt  die feinen Unterschiede. Letzter Halt ist am sogenannten Heidenschloss, das auf eine erstaunlich alte Besiedelung im Böhlgrund schließen lässt. Fundstücke, wie die drei bekannten Schachfiguren aus dem 12. Jhd. bezeugen dies. Nach knapp vier Stunden Wanderzeit haben sich alle eine leckere Brotzeit in einer Heckenwirtschaft in Zell am Ebersberg verdient. Mit einem herzlichen Dank an Wanderführerin Daniela Schmidt klingt ein gelungener Wandertag aus. 

Text: Daniela Schmidt

Bilder: Daniela Schmidt, Hubert Schröder