Mit einer Gruppe von 16 Mitgliedern des Steigerwaldklubs Gerolzhofen geht es zunächst in Fahrgemeinschaften zum Werkstor der Ochsenfurter Zuckerfabrik der Südzucker AG. Unsere Werksführerin Erna nimmt uns gut gelaunt, aber resolut in Empfang. Handys sind tabu, und auch eine gewisse Trittsicherheit ist gefragt – in der Fabrikationshalle müssen einige Höhenmeter überwunden werden. Warnweste und Sicherheitshelm gehören selbstverständlich dazu.
Die Führung beginnt mit zwei Filmen, die anschaulich den Weg von der Zuckerrübe zum fertigen Zucker zeigen. Außerdem erfahren wir, welche vielfältigen Produkte sich aus Zuckerrüben gewinnen lassen.
Anschließend geht es zur Anlieferungsstelle der Zuckerrüben, wo im Schnitt alle zwei Minuten eine Lkw-Ladung eintrifft und rasch im Untergrund zum Waschen verschwindet. Die Rüben werden zu Schnitzeln zerkleinert; in 70 Grad heißem Wasser löst sich der Zucker aus dem Pflanzenmaterial. Der gewonnene Rohsaft wird gereinigt und in mehreren Schritten auf einen Zuckergehalt von rund 67 Prozent eingedickt. Dieser sogenannte Dicksaft wird weiter eingekocht, bis sich die ersten – noch goldgelb leuchtenden – Zuckerkristalle bilden. Durch die Schleuderung in Zentrifugen trennen sich die Kristalle vom Sirup, und der bekannte weiße Zucker entsteht.
Die Rübenkampagne läuft im Durchschnitt 120 Tage und endet gegen Jahresende. Danach müssen alle Maschinen aufwendig gereinigt, gewartet oder verbessert werden. Bei der Zuckergewinnung wird die gesamte Pflanze genutzt: Neben Zucker entstehen Futtermittel, Melasse dient zur Anreicherung von Rübenschnitzeln sowie der Hefe- und Mischfutterindustrie. Carbokalk, der bei der Saftreinigung anfällt, kommt meist als Dünger zum Einsatz. Da den Bienen der Honig entnommen wird, werden sie über die kalte Jahreszeit mit aus Zuckerrüben gewonnenen Produkten gefüttert.
Nach zweieinhalb Stunden kurzweiliger Führung weiß die Gruppe deutlich mehr über die Zuckerrübe – ein echtes heimisches Multitalent. Begeistert verabschiedet sich der Steigerwaldklub Gerolzhofen von seiner hervorragenden Werksführerin Erna und bedankt sich bei unserem Mitglied Ute Sagert herzlich für diese tolle Ausflugsidee und die Organisation der kostenlosen Führung bei Südzucker.
Zum gemütlichen Ausklang des Nachmittags kehren wir schließlich zur Stärkung in Johanns Brauhaus ein.